Württembergische Philharmonie Reutlingen und Stuttgarter Philharmoniker

Denkschrift 2012, Beitrag Nr. 28 (Kapitel 1481)

Der Rechnungshof prüfte die Haushalts- und Wirtschaftsführung der Württembergischen Philharmonie Reutlingen und der Stuttgarter Philharmoniker. Diese erhielten zusammen eine jährliche Zuwendung in Höhe von 6 Mio. Euro.

Die Prüfung der Württembergischen Philharmonie Reutlingen ergab keine wesentlichen Beanstandungen. Die Deckung der Ausgaben mit Eigeneinnahmen (25 Prozent), kommunalen Zuschüssen (37,5 Prozent) und der Landeszuwendung (37,5 Prozent) erschien dem Rechnungshof ausgewogen und sachgerecht. Die Auslastung der Musiker des Orchesters lag bei 80 Prozent. Bei den Stuttgarter Philharmonikern waren die Musiker im Durchschnitt zu 63 Prozent ausgelastet, die Quote der Eigeneinnahmen lag bei weniger als 10 Prozent und die Zuwendung des Landes deckte 45 Prozent der Ausgaben des Orchesters.

Der Rechnungshof forderte, die Stuttgarter Philharmoniker sollten die Auslastung ihrer Musiker erhöhen und eine bessere Eigeneinnahmenquote erzielen. Die Zuwendung des Landes sollte auf 37,5 Prozent der Ausgaben begrenzt werden. Mittelfristig sollte der Vertrag mit der Stadt Stuttgart gekündigt und die vollständige Finanzierung des Orchesters aus Mitteln der Stadt Stuttgart geprüft werden. Im Gegenzug könnte das Land eine andere gemeinsam finanzierte Einrichtung in die alleinige Verantwortung des Landes übernehmen.

Parlamentarische Behandlung

Der Landtag hat die Landesregierung gebeten, bei der Förderung der Württembergischen Philharmonie Reutlingen die bisherige Förderstruktur in ihren Grundzügen beizubehalten. Bei den Stuttgarter Philharmonikern sollte, gemeinsam mit der Stadt Stuttgart auf eine bessere Auslastung und eine höhere Eigenfinanzierungsquote des Orchesters hingewirkt werden. Mit der Stadt Stuttgart sollte eruiert werden, unter welchen Bedingungen das Orchester mittelfristig in die ausschließliche finanzielle Verantwortung der Stadt Stuttgart überführt werden könnte. Bezüglich den Stuttgarter Philharmonikern sollte über die Eigenfinanzierungsquote, die Besucherzahlen und die durchschnittliche Auslastung der Musiker berichtet werden.

Reaktion der Landesregierung

Die Landesregierung hat berichtet, dass sie die bisherige Förderstruktur zur Förderung der Württembergischen Philharmonie Reutlingen auch künftig in ihren Grundzügen beibehalten werde. Die Aufkündigung des gemeinsamen Finanzierungsvertrags der Stuttgarter Philharmoniker mit der Stadt Stuttgart ziehe sie derzeit nicht in Erwägung, da sich dadurch finanzielle Nachteile für das Land ergeben könnten. Die Kennzahlen hätten sich durch verschiedene Maßnahmen zwischenzeitlich teilweise verbessert. Eine signifikante Steigerung der Eigenfinanzierungsquote halte sie für ein A-Orchester aufgrund der Marktlage für schwierig. Die Haushaltsdefizite 2014 und 2015 seien von der Stadt Stuttgart aufgefangen worden. Zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit werde das Controlling verstärkt. Durch Einstellung eines kaufmännischen Intendanten 2017 sei die wirtschaftliche Kompetenz gestärkt worden.

Parlamentarische Erledigung

Der Beitrag ist noch nicht parlamentarisch erledigt. Die Landesregierung hat dem Landtag bis zum 31.08.2019 erneut zu berichten.

Letzte Änderung dieses Artikels: 23.03.2018