[10] Volksschauspiele Ötigheim

Untersuchungsgegenstand und Empfehlung

Der Rechnungshof hat 2013 die Volksschauspiele Ötigheim in einer vergleichenden Untersuchung mit anderen Festspielen geprüft. Die Volksschauspiele werden vom Land institutionell gefördert. 2013 betrugen die Landeszuschüsse 177.600 Euro.

Der Rechnungshof hat die Organisation und den bemerkenswerten Publikumserfolg anerkannt und gleichwohl einige Verbesserungspotenziale aufgezeigt.

Die Volksschauspiele schöpfen ihr Potenzial bei der Gewinnung von Spendern und Sponsoren nicht aus. Die Eintrittspreise sollten regelmäßig erhöht werden. Durch Fremdvergaben in einzelnen Aufgabenbereichen könnten Personalausgaben vermieden werden. Das Verbesserungspotenzial beträgt rund 160.000 Euro jährlich.

Die Eigenfinanzierungsquote der Volksschauspiele lag durchschnittlich bei 94,4 Prozent. Das festgelegte Förderverhältnis nach Ministerratsbeschluss von 2:1 (Kommune:Land) wird in Ötigheim nicht eingehalten. Die Region, insbesondere der Landkreis, sollte sich stärker an der Finanzierung beteiligen.

Die Volksschauspiele können sich aufgrund hoher Besucherzahlen, hoher eigener Einnahmen und dem starken ehrenamtlichen Engagement der Bevölkerung zu großen Teilen selbst finanzieren. Die Gemeinde Ötigheim ist aufgrund ihrer geringen Größe in den Möglichkeiten eingeschränkt, kommunale Zuschüsse zu gewähren. Vor diesem Hintergrund ist aus Sicht des Rechnungshofs die Landesförderung aus strukturpolitischen Gründen grundsätzlich nicht zu beanstanden. Aufgrund des Verbesserungspotenzials und der komfortablen finanziellen Situation der Volksschauspiele empfiehlt der Rechnungshof, den Landeszuschuss auf dem derzeitigen Niveau festzuschreiben.

Umgesetztes Ergebnis

Die Eintrittspreise der Volksschauspiele wurden um rund 15 Prozent erhöht. Das Wissenschaftsministerium teilte mit, dass die Landeszuschüsse ab 2015 auch in Anerkennung des überregionalen Erfolgs, hoher Besucherzahlen, des bedeutenden ehrenamtlichen Engagements und der geringen Finanzkraft der Sitzkommune auf 205.000 Euro jährlich angehoben werden.