Filmakademie Baden-Württemberg

Denkschrift 2011, Beitrag Nr. 15 (Kapitel 0620)

Das Land ist Alleingesellschafter der Filmakademie Baden-Württemberg GmbH mit Sitz in Ludwigsburg. Mit wenigen Festangestellten und vielen auf Honorarbasis arbeitenden Lehrkräften bildet sie für Filmproduktionsberufe aus. Sie finanziert sich fast ausschließlich aus öffentlichen Zuschüssen, die überwiegend das Land aufbringt. Die Prüfung des Rechnungshofs erstreckte sich auf 2003 bis 2008. In diesem Zeitraum betrugen die Zuschüsse für den laufenden Betrieb insgesamt 56 Mio. Euro und für Investitionen 8,5 Mio. Euro. 2009 wurden für den laufenden Betrieb 9,5 Mio. Euro und für Investitionen 2,4 Mio. Euro gewährt. Der Rechnungshof stellte fest, dass die Filmakademie ihren Studienbetrieb ohne staatliche Hilfen nicht aufrechterhalten kann. Zusätzliche Belastungen resultierten aus nicht zum Kerngeschäft gehörenden Beteiligungen. Im Vergleich der Kosten von Hochschulabschlüssen erreichte die Filmakademie Spitzenwerte. Es gab keine verbindliche Festlegung des Lehraufwands für die einzelnen Studiengänge. Eine fortlaufende Überprüfung der Studiengänge mit kostenrelevanten Fragestellungen fehlte. Die Personalkosten könnten reduziert werden. Weitere Einsparungen sah er bei Repräsentations-/Bewirtungsausgaben, Auslandsreisen, Betriebsausflügen, Zusatzveranstaltungen und Festivals.

Parlamentarische Behandlung

Die Landesregierung wurde gebeten, den Zuschussbedarf der Filmakademie einzugrenzen. Hierzu sollte sie weitgehend von der Mitfinanzierung anderer Beteiligungsgesellschaften entbunden werden. Weiterhin sollten zum Großteil Dozenten auf Honorarbasis an der Filmakademie lehren. Das Studienangebot sollte regelmäßig hinsichtlich Inhalt und Umfang überprüft werden. Weitere Einsparpotenziale sollten erschlossen werden. Weiterhin sollte berichtet werden, ob die Filmakademie andere Beteiligungsgesellschaften des Landes noch oder wieder mitfinanziert und welche Einsparungen durch Strukturveränderungen bei Bildungseinrichtungen im tertiären Bereich für Musik und darstellende Kunst erzielt werden können.

Reaktion der Landesregierung

Die Landesregierung hat die Mitfinanzierung anderer Beteiligungsgesellschaften durch die Filmakademie transparenter im Staatshaushaltsplan ausgewiesen und die Grundförderung der Filmakademie um 300.000 Euro erhöht. Bei der Lehrtätigkeit sollen verstärkt berufserfahrene Absolventen eingesetzt werden. Das Studienangebot sei in seinem derzeitigen Umfang unverzichtbar, Reduzierungen bei den Produktionen im Projektstudium seien geplant. Die Ausgaben für Repräsentation, Bewirtung, Auslandsreisen, Betriebsausflüge und Zusatzveranstaltungen werden begrenzt. Strukturveränderungen bei den Musikhochschulen, der Popakademie und bei der Akademie für Darstellende Kunst sind noch im Gange.

Parlamentarische Erledigung

Der Landtag hat den Bericht der Landesregierung zur Kenntnis genommen und das parlamentarische Verfahren am 13.11.2014 beendet.

Bewertung Zielerreichung

Die Empfehlungen des Rechnungshofs wurden teilweise umgesetzt.