Staatliche Akademien der Bildenden Künste Stuttgart und Karlsruhe

Denkschrift 2013, Beitrag Nr. 22 (Kapitel 1475 und 1476)

Die Finanzkontrolle prüfte die beiden Staatlichen Akademien der Bildenden Künste in Stuttgart und Karlsruhe. Der Zahl der Studienplätze an beiden Akademien lag weder eine Kapazitätsberechnung noch eine vom Wissenschaftsministerium festgelegte Zulassungszahl zugrunde. Die künftige Struktur und Größe der beiden Kunst-akademien sollte deshalb in einem standortübergreifenden Struktur- und Entwicklungsplan definiert werden. Insgesamt 10 Prozent der Lehrenden erfüllten ihre Lehrverpflichtung nicht vollständig. Die Erfüllung der Lehrverpflichtung sollte überwacht und zeitnah dokumentiert werden. Die Kunstakademie Karlsruhe unterhielt eine Außenstelle in Freiburg mit 2 Professorinnen und 46 Studierenden. Die Studierenden der Außenstelle hatten aufgrund des geringeren Lehrangebots, der schlechteren Infrastruktur und wegen des Pendelns zwischen Freiburg und Karlsruhe gravierende Nachteile gegenüber ihren Karlsruher Kommilitonen. Die Außenstelle Freiburg sollte aufgelöst werden, um die Studienbedingungen zu verbessern und die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen.

Parlamentarische Behandlung

Der Landtag hat die Landesregierung gebeten, die Entwicklung einer standortübergreifenden Strukturplanung für die Staatlichen Akademien der Bildenden Künste zu prüfen, die eine verbindliche Festlegung der Zahl der Studienplätze umfasst. Die Bemessung der personellen, räumlichen und sächlichen Ressourcen sollte daran ausgerichtet werden. Wenn keine oder keine wesentlichen Mehrkosten entstehen, sollte die Außenstelle Freiburg aufgelöst und die Kapazitäten an den Standort Karlsruhe verlagert werden. In Zusammenarbeit mit der Stadt Freiburg sollte die Einrichtung von postgradualen Angeboten für Künstlerinnen und Künstler mit abgeschlossenem Hochschulstudium am Standort Freiburg geprüft werden.

Reaktion der Landesregierung

Die Landesregierung hat berichtet, dass für die Kunstakademien Richtwerte für die Studierendenzahlen vorgegeben werden. Danach solle Karlsruhe 300 und Stuttgart 775 Studierende aufnehmen. Die Außenstelle Freiburg werde aufgegeben. Die Mietverhandlungen über ein geeignetes Gebäude in Karlsruhe zur Unterbringung der bisher in der Außenstelle Freiburg untergebrachten Studiengänge seien zu ortsüblichen Mietsätzen abgeschlossen. Die Kosten stünden in einem angemessenen Verhältnis zum Mehrwert, den die Studierenden zu erwarten haben. Bezüglich eines postgradualen Angebots in Freiburg fanden Gespräche statt, die bisher zu keinem Ergebnis geführt hätten.

Parlamentarische Erledigung

Der Landtag hat den abschließenden Bericht der Landesregierung zur Kenntnis genommen und das parlamentarische Verfahren am 18.06.2015 beendet.

Bewertung Zielerreichung

Die Forderungen des Rechnungshofs wurden weitgehend umgesetzt.