Haushalts- und Wirtschaftsführung der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe

Denkschrift 2011, Beitrag Nr. 27 (Kapitel 1428)

Der Rechnungshof sah Defizite in der unausgewogenen Personalstruktur der Hochschule: Auf 60 Professorenstellen kamen 54 Stellen für akademische Mitarbeiter. Weitere Defizite zeigten sich in der Organisation der Hochschule und in ihrer Forschungsleistung. Außerdem wurde systematisch gegen die Vorgaben der Lehrverpflichtungsverordnung verstoßen. Der Rechnungshof regte an, die vorhandenen Ressourcen und das didaktische Know-how auch für die Ausbildung von Gymnasiallehrern zu nutzen. Er schlug vor, die Pädagogische Hochschule in das Karlsruher Institut für Technologie zu integrieren.

Parlamentarische Behandlung

Der Landtag hat die Landesregierung gebeten, gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule einen Maßnahmenkatalog auszuarbeiten und mit dem Ziel umzusetzen, die Leistungsfähigkeit und Effizienz in Forschung und Lehre nachhaltig zu verbessern. Die Vorgaben der Lehrverpflichtungsverordnung sollten konsequent umgesetzt werden. Es sollte eine konkrete Perspektive für die Entwicklung der Hochschule erarbeitet und geprüft werden, ob das vorhandene didaktische Know-how auch für die Ausbildung von Gymnasiallehrern genutzt werden kann.

Reaktion der Landesregierung

Die Landesregierung hat mitgeteilt, dass bereits zwei freigewordene Professuren in Mittelbaustellen umgewandelt worden seien. Dieser Weg in der Struktur- und Entwicklungsplanung solle weiter beschritten werden. Ihre Organisation habe die Hochschule mit der Abschaffung einer Ebene gestrafft. Die Forschung sei durch verschiedene Maßnahmen wie eine systematisierte interne Forschungsförderung, gezielte Projekteingaben in die Institute und die Ansiedlung einer Graduiertenakademie gestärkt worden. Die Einhaltung der Lehrverpflichtungsverordnung sei gewährleistet. Die Dienstaufgaben der akademischen Mitarbeiter würden jährlich überprüft und sollen bei Bedarf angepasst werden. Systematische Mitarbeitergespräche sollen mit der Überprüfung der Lehrverpflichtung und der Präsenzpflicht verbunden werden. Die Perspektive der Hochschule soll durch Kooperationen und neue Studiengänge gesichert werden.

Parlamentarische Erledigung

Der Landtag hat den Bericht der Landesregierung zur Kenntnis genommen und das parlamentarische Verfahren am 10.10.2013 beendet.

Bewertung Zielerreichung

Die Ziele wurden im Wesentlichen erreicht. Insbesondere Anpassungen in der Personalstruktur können die Forschung fördern und zu Einsparungen führen. Die Lehrverpflichtung der akademischen Mitarbeiter soll sich im Durchschnitt um 33 Prozent erhöht haben. Die Hochschule will zukünftig das Instrument systematischer Mitarbeitergespräche auch zur Überprüfung der Lehrverpflichtung und der Präsenzpflicht nutzen. Dem Vorschlag, die Hochschule in das Karlsruher Institut für Technologie zu integrieren, wollte die Landesregierung nicht folgen. Sie hält dies für einen diskussionswürdigen Vorschlag, wollte aber keine Sonderregelung für einen einzelnen Standort.