Energieverbrauch der Universitätsgebäude

Denkschrift 2010 Beitrag Nr. 26 (Kapitel 1208 und 1410 bis 1421)

Der Rechnungshof stellte fest, dass in den Universitätsgebäuden Energie eingespart werden konnte. Alle untersuchten Objekte waren mit gebäudetechnischen Anlagen ausgestattet, die einen energieeffizienten Betrieb ermöglichen. In manchen Gebäuden schränkten jedoch überdimensionierte Anlagen und ungünstige Anlagenkonzepte einen optimalen Gebäudebetrieb ein. Der Rechnungshof forderte, die Planungen und Betriebsführung noch konsequenter auf einen energieeffizienten Gebäudebetrieb hin auszurichten. Dazu müsste die Einstellung und Steuerung der Gebäudetechnik optimiert werden. Die Überwachung und optimale Einstellung der Anlagen in den ersten Jahren nach der Bauübergabe sollten die Universitäten den planenden Ingenieuren übertragen. Der Rechnungshof sah Entlastungen der Universitätshaushalte mit bis zu 10 Mio. Euro.

Parlamentarische Behandlung

Der Landtag hat die Landesregierung gebeten, die von der Staatlichen Vermögens- und Hochbauverwaltung geplanten Hochbaumaßnahmen, insbesondere für die Universitäten, noch stärker energetisch zu optimieren. In der Phase nach Bauübergabe sollten für einen Zeitraum von drei Jahren die planenden Ingenieure mit der Überwachung und Optimierung der Betriebseinstellungen der technischen Anlagen beauftragt werden. Ferner sollten alle Universitäten ein Energiemanagement für ihre Gebäude einrichten.

Reaktion der Landesregierung

Die Landesregierung hat mitgeteilt, mit dem 2012 beschlossenen Energie- und Klimaschutzkonzept werde die energetische Sanierung der Bestandsgebäude, die Errichtung energieeffizienter Neubauten, die Optimierung des Gebäudebetriebs sowie der verstärkte Einsatz von erneuerbaren Energien vorangetrieben. Es würden erhebliche Mittel in die energetische Sanierung investiert. Für große Baumaßnahmen sei geregelt worden, dass nach Übergabe der Gebäude an den Nutzer ein zweijähriges Monitoring erfolge. Dem Anliegen der Universitäten, geeignete Dritte zu beauftragen oder von vornherein eine Umsetzung des Energiemonitorings mit eigenen Ressourcen vorzunehmen, soll verstärkt Rechnung getragen werden. Inzwischen sei in allen Universitäten ein aktives Energiemanagement eingerichtet.

Parlamentarische Erledigung

Der Landtag hat die Berichte der Landesregierung zur Kenntnis genommen und das parlamentarische Verfahren am 26.06.2014 beendet.

Bewertung Zielerreichung

Zwar berichtet die Landesregierung über die Bemühungen zur energetischen Verbesserung des Gebäudebestands sowie zur Errichtung energieeffizienter Neubauten. Sie teilt jedoch nicht mit, welche Maßnahmen sie getroffen hat, um den vom Rechnungshof bemängelten Überdimensionierungen und unwirtschaftlichen Anlagenkonzepten entgegen zu wirken. Das Energiemonitoring unterbleibt wegen nicht geklärter Zuständigkeiten zum Teil. Indem ein Energiemanagement an allen Universitäten eingeführt wurde, ist diese Empfehlung des Rechnungshofs erfüllt.