Wirtschaftlichkeit landeseigener Heizwerke

Denkschrift 2012, Beitrag Nr. 22 (Kapitel 1208 und 1209)

Das Land verfügte 2008 über 57 Heizwerke (ohne die Heizwerke an Universitäten und Universitätsklinika) mit einer Heizleistung von jeweils über 1.000 Kilowatt. Hierfür entstanden Brennstoffkosten von 13 Mio. Euro. In 16 Heizwerken (28 Prozent) wurde durch Kraft-Wärme-Kopplung mit Blockheizwerken auch Strom erzeugt.

Der Rechnungshof stellte fest, dass die Mehrzahl der Heizkessel in den Heizwerken des Landes veraltet war. Das Durchschnittsalter betrug 21 Jahre (Stand 2008). Die älteste Anlage war 47 Jahre alt. Die meisten Kessel wurden sogar im Sommer im 24-Stunden-Betrieb mit einer Mindestkesseltemperatur von 70°C gefahren. Einspar-effekte durch Nachtabsenkungen wurden in der Regel nicht genutzt.

Der Rechnungshof empfahl, die Anlagen schneller auf den neuesten technischen Stand zu bringen, da der Betrieb veralteter technischer Anlagen unwirtschaftlich ist. Weiterhin sollte der Betrieb der Heizwerke optimiert werden. Bei der Sanierung von Anlagen sollten verstärkt Blockheizkraftwerke zum Einsatz kommen. Bei jeder Modernisierung sollte zudem ein Umstieg auf Fernwärme oder Biomasse untersucht werden. Durch Investitionen von 5 Mio. Euro könnte der Einbau weiterer technisch möglicher 19 Blockheizkraftwerke realisiert werden. Dies würde die Energiekosten des Landes jährlich um 1,5 Mio. Euro senken.

Parlamentarische Behandlung

Der Landtag hat die Landesregierung gebeten,

• die Kraft-Wärme-Kopplung weiter auszubauen und an den bestehenden Heizwerken den Einbau von Blockheizkraftwerken zu prüfen bzw. zu projektieren und
• die Heizwerke zügiger zu modernisieren und einen mittleren Jahresnutzungsgrad von über 90 Prozent anzustreben.

Reaktion der Landesregierung

Die Landesregierung hat dargelegt, dass sie zwischenzeitlich zahlreiche Maßnahmen ergriffen habe, um die Empfehlungen umzusetzen. In fast allen vom Rechnungshof genannten 19 Heizzentralen mit Optimierungspotenzial würden aktuell Baumaßnahmen durchgeführt oder konkrete Planungen zur umfassenden Sanierung erstellt.

Parlamentarische Erledigung

Der Landtag hat den Bericht der Landesregierung zur Kenntnis genommen und das parlamentarische Verfahren am 07.11.2013 beendet.

Bewertung Zielerreichung

Der Rechnungshof geht davon aus, dass die Empfehlungen bis Ende 2015 vollständig umgesetzt sind.