Abiturprüfung 2010

Denkschrift 2011, Beitrag Nr. 12 (Kapitel 0416 und 0420)

Bei der Organisation, Durchführung und Nachbereitung der Abiturprüfung waren noch umfangreiche Effizienzreserven vorhanden. Die Abiturprüfung 2010 verursachte an den allgemeinbildenden Gymnasien deutlich höhere Kosten als an den beruflichen Gymnasien. Der abiturbedingte Unterrichtsausfall war an den allgemeinbildenden Gymnasien doppelt so hoch wie an den beruflichen Gymnasien. An beiden Schularten war nach der Abiturprüfung ein nicht genutztes Unterrichtspotenzial von insgesamt 285 Lehrervollzeitäquivalenten vorhanden. Die Bandbreite des fächerspezifischen Aufwands der einzelnen Aufgabenkommissionen in beiden Schularten war groß. Der Rechnungshof empfahl, die Abiturprüfung bei den allgemeinbildenden Gymnasien effizienter zu gestalten, den abiturbedingten Unterrichtsausfall weiter zu verringern, das nicht genutzte Unterrichtspotenzial zu erschließen und die Arbeit der Aufgabenkommissionen zu optimieren.

Parlamentarische Behandlung

Der Landtag hat die Landesregierung gebeten, den Abiturprozess bei den allgemeinbildenden Gymnasien effizienter zu gestalten und sich hierbei an den Kennzahlen für die beruflichen Gymnasien zu orientieren. Der abiturbedingte Unterrichtsausfall sollte weiter verringert und das nicht genutzte Unterrichtspotenzial in beiden Schularten erschlossen werden. Es sollte weiterhin geprüft werden, ob die Arbeit der Aufgabenkommissionen optimiert werden kann.

Reaktion der Landesregierung

Die Landesregierung hat sich den Empfehlungen des Rechnungshofs angeschlossen. Sie hat die allgemeinbildenden Gymnasien gebeten, alle Möglichkeiten zu überprüfen, den Abiturprüfungsprozess effizienter zu gestalten. Zusätzlich sollten sie überprüfen, inwieweit die organisatorischen Empfehlungen in den folgenden Jahren übertragbar seien und der Unterrichtsausfall weiter verringert werden könne. Hinsichtlich des Lehrkräfteeinsatzes nach der Abiturprüfung hat die Landesregierung angemerkt, dass bei einer gesamtsystematischen Betrachtung des Abiturprüfungsprozesses große Teile des „nicht genutzten Unterrichtspotenzials“ bereits durch die Aufgabenerstellung vorgearbeitet und somit erbracht worden seien. Die Lehrkräfte hätten mit hohem zeitlichem Aufwand ihre Schüler auf das Abitur vorbereitet. Daneben werde nach der Prüfung das frei werdende Unterrichtspotenzial je nach schulischer Situation auch für unterschiedliche weitere Tätigkeiten genutzt (z. B. Fortbildung, interne Schulentwicklung, Verwaltungstätigkeiten). In einem erneuten Bericht im Dezember 2013 teilte die Landesregierung mit, sie habe mit den Regierungspräsidien nochmals intensiv gesprochen, insbesondere über das nicht genutzte Unterrichtspotenzial. Zur Überprüfung wurde eine Stichprobenerhebung an 40 allgemeinbildenden und 20 beruflichen Gymnasien durchgeführt.

Parlamentarische Erledigung

Der Landtag hat den Bericht der Landesregierung zur Kenntnis genommen und das parlamentarische Verfahren am 27.03.2014 beendet.

Bewertung Zielerreichung

Die Landesregierung ist den Empfehlungen des Rechnungshofs gefolgt. Das nicht genutzte Unterrichtspotenzial wurde deutlich reduziert. Bei den allgemeinbildenden Gymnasien beträgt es noch 3,6 Lehrervollzeitäquivalente, bei den beruflichen Gymnasien 0,7 Lehrervollzeitäquivalente.