IuK-Serverlandschaft Baden-Württemberg

Denkschrift 2011 Beitrag Nr. 6 (Mehrere Einzelpläne)

In der Landesverwaltung (ohne Landtag, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und die Universitäten und Hochschulen) wurden mehr als 4.000 Server betrieben, die an 1.300 unterschiedlichen Standorten angesiedelt waren. Die Server stellten den Benutzern die Bürokommunikation (z. B. Dokumentenablage, Textverarbeitung und E-Mail) und Fachverfahren bereit, die teilweise auch von kommunalen Dienststellen und von Bürgern und Unternehmen genutzt wurden.

Die Server waren im Tagesdurchschnitt nur gering ausgelastet. Eine landesweite Kapazitätsplanung fand nicht statt. Jede Fachverwaltung legte ihre Server so aus, dass sie jede nur denkbare Spitzenlast oder auch saisonal höhere Anforderungen auffangen konnten. Dadurch entstanden zwangsläufig teuere Überkapazitäten.

Ein Administrator betreute im Schnitt 14,5 Server. Diese Kennzahl war im Vergleich mit anderen großen Organisationen schlecht. Die sich daraus ableitenden hohen Personalkosten resultierten aus der großen Zahl der Server, deren räumlicher Verteilung und einer auf Landessicht noch verbesserungsfähigen modernen technischen Administration der Server. Der Rechnungshof empfahl, aktuelle Techniken, Standards und Methoden für den Betrieb der Server anzuwenden. Damit könnten diese ressortübergreifend und mit weniger Personal effizient verwaltet werden.

Parlamentarische Behandlung

Der Landtag hat die Landesregierung gebeten, ein ressortübergreifendes Konzept zu erarbeiten, durch welches die Wirtschaftlichkeit der Informations- und Kommunikationstechnik des Landes verbessert wird. Dieses Konzept sollte auf Grundlage eines Zeit- und Finanzplans in Stufen umgesetzt werden.

Reaktion der Landesregierung

In ihrem Bericht vom Oktober 2012 hat die Landesregierung mitgeteilt, dass die Arbeiten in den Ressorts angegangen wurden, allerdings nur langsam vorankämen. In einer zweiten Stufe sollen die Server, soweit rechtlich möglich, in ein gemeinschaftliches Rechenzentrum überführt und dort weiter konsolidiert werden.

Mit Bericht vom September 2014 hat die Landesregierung mitgeteilt, dass die IT der Landesregierung unter die Verantwortung eines hauptamtlichen IT-Beauftragten der Landesregierung Baden-Württemberg gestellt und konsolidiert werde.

Nach dem Gesetzesbeschluss des Landtags hat die Landesregierung die Landesoberbehörde Informationstechnik Baden-Württemberg (BITBW) zum 01.07.2015 errichtet. Mit Ausnahme der steuerrechtlichen IT soll die IT des Landes dort gebündelt werden.

Parlamentarische Erledigung

Der Landtag hat den abschließenden Bericht der Landesregierung zur Kenntnis genommen und das parlamentarische Verfahren am 13.11.2014 beendet.

Bewertung Zielerreichung

Durch die Errichtung der BITBW ist ein weiterer Schritt in Richtung Konsolidierung getan. Die Zielerreichung wird durch die Be­richtspflicht aufgrund der Beratenden Äußerung „Neuausrichtung der Organisation der Informations- und Kommunikationstechnik (IuK) in der Landesverwaltung“ weiter verfolgt.