Unterstützungsleistungen für Schulleitungen

Beratende Äußerung vom 19.09.2014 (Einzelplan 04)

Eine wesentliche Aufgabe von Schulmanagement ist sicherzustellen, dass Unterricht auf qualitativ hohem Niveau stattfinden kann. Um die aktuelle Situation zu erfassen, wurde 2013 eine Vollerhebung an allen öffentlichen allgemein bildenden Schulen (ohne sonderpädagogischem Bereich) durchgeführt. Von den 3.301 angeschriebenen Schulen beteiligten sich 2.326 an der Umfrage. Die zentrale Herausforderung für Schulleitungen besteht in der Balance zwischen pädagogischer Führung und Verwaltungsmanagement. Mehr als zwei Drittel sahen eine solche als nicht gegeben an. Dieses Ungleichgewicht wirkt negativ auf die Schulleitungstätigkeit.

Investitionen in die Qualität der Schulleitungen lohnen sich. Die Erkenntnisse aus den Antworten der Betroffenen galt es dabei einzubeziehen. Die Haushaltssituation ließ keine großen Spielräume für eine bessere personelle und sachliche Ausstattung zu. Deshalb war eine Priorisierung geboten. Maßnahmen, die Personalressourcen freigeben, sollten zuerst angegangen werden.

Der Rechnungshof empfahl,

  • Aufgaben kritisch zu überprüfen,
  • Schulleitungen personell zu unterstützen,
  • schulscharfe Ausschreibungen zu verstärken,
  • Grundschulen in die regionale Schulentwicklung einzubinden,
  • Verwaltungsabläufe und Berichtswesen zu entschlacken,
  • praktikable Vorschriften und Checklisten zu erstellen,
  • IT-Unterstützung weiter zu konsolidieren und
  • Fortbildung anzupassen, Coaching und Supervision zu verstärken.

Parlamentarische Behandlung

Der Landtag hat die Landesregierung gebeten, zur Unterstützung der Schulleitungen folgende Maßnahmen einzuleiten:

1. Die Aufgaben der Schulleitungen im Blick auf ihre Notwendigkeit hin zu prüfen, neue Aufgaben auf das Notwendige zu beschränken sowie deren Machbarkeit zu überprüfen;

2. den kommunalen Schulträgern gegenüber darauf zu drängen, dass diese ihren u. a. im Schulgesetz normierten Aufgaben nachkommen;

3. Optimierungsmöglichkeiten bei den Verwaltungsabläufen und im Berichtswesen zu prüfen, mit dem Ziel, insbesondere Redundanzen bei den von den Schulen zu meldenden statistischen Daten zu vermeiden;

4. die IT-Unterstützung weiter zu konsolidieren. Die Verwaltungsabläufe mithilfe der IT weiter zu rationalisieren und den Schulleitungen ein einheitliches Schulverwaltungsprogramm bereitzustellen;

5. die Vorbereitung künftiger Schulleiterinnen und Schulleiter und deren ständige Fortbildung weiter zu verbessern und zu intensivieren.

Den Bericht der Landesregierung hat der Landtag zur Kenntnis genommen und die Landesregierung ersucht, den Einsatz der Module für die Datenlieferung im Rahmen der Schulstatistik sowie der Ressourcensteuerung an allen Schulen verpflichtend bis zum Schuljahr 2019/20 vorzugeben und zu prüfen, ob und wann die Module auf die Landesoberbehörde IT Baden-Württemberg (BIT-BW) übertragen werden können. Die Landesregierung solle erneut berichten.

Reaktion der Landesregierung

Die Landesregierung hat betont, dass ihr die Arbeitsbedingungen von Schulleitungen ein wichtiges Anliegen seien. Sie seien der Dreh- und Angelpunkt für eine erfolgreiche Umsetzung der bildungspolitischen Vorhaben. Die Landesregierung hat berichtet, dass wo es möglich sei, Aufgaben abgebaut oder durch Prozessoptimierung vom Arbeitsumfang her reduziert würden. Neu hinzugekommene Aufgaben würden sehr genau geprüft, inwiefern diese tatsächlich notwendig seien. Mit Verweis auf die gesetzliche Schullastenverteilung hat sie angemerkt, dass es deshalb keine Vorschriften zur Sach- und Personalausstattung von Schulen für die kommunalen Träger gäbe. In aller Regel würden diese ihre Aufgaben verantwortungsbewusst wahrnehmen. Die Landesregierung könne allenfalls die kommunalen Landesverbände bitten, ihre Mitglieder auf die beschriebene Problematik hinzuweisen. Eine unmittelbare Einwirkungsmöglichkeit bestünde nicht. Seit dem Schuljahr 2015/16 würden eine neue landesweit verbindliche Rahmenkonzeption zur regionalen Begleitung neuer Schulleiterinnen und Schulleiter während der zweijährigen Probezeit umgesetzt. Mit einem Maßnahmenbündel sollen interessierte Lehrkräfte ermutigt werden, sich auf eine Schulleitungsstelle zu bewerben. Die Konzeption für die berufsbegleitende Fortbildung für Schulleitungen sei im Schuljahr 2014/15 überarbeitet worden. Das Land habe ein eigenes Schulverwaltungsprogramm ASV-BW entwickelt. Dieses solle die bestehenden Schulverwaltungsprogramme ersetzen und eine einheitliche elektronische Abgabe der Statistikdaten sicherstellen. Neben Arbeitserleichterungen für die Schulen würden so schnellere aber auch qualitativ verbesserte Datenlieferungen und stringentere Arbeitsprozesse ermöglicht. ASV-BW stehe seit Juli 2015 für alle Schulen zum Einsatz bereit. Im laufenden Schuljahr 2016/17 hätten bereits 289 Schulen ASV-BW installiert. Unzweifelhaft sei, dass nur die möglichst zügige verpflichtende Einführung von ASV-BW an allen Schulen zu sehr zeitnahen und qualitativ verbesserten Schulstatistiken führen und in der Folge Schulverwaltung und Statistisches Landesamt entlasten würden. Diese verpflichtende Einführung werde in Baden-Württemberg vertieft geprüft.

Parlamentarische Erledigung

Der Beitrag ist noch nicht parlamentarisch erledigt. Die Landesregierung hat dem Landtag bis 31.03.2018 erneut zu berichten.

Letzte Änderung dieses Artikels: 13.07.2017