[32] Sanierung der Universitätsbibliothek Freiburg

Denkschrift 2008 Beitrag Nr. 20 (Kapitel 1208)

Für die Sanierung und Umstrukturierung der Universitätsbibliothek hatte das Land 2005 einen Architektenwettbewerb ausgelobt. Für die Gesamtbaukosten war eine Obergrenze von 40 Mio. Euro vorgegeben. Mit der Planung beauftragt wurde der 1. Preisträger, dessen Entwurf auf 44 Mio. Euro veranschlagt wurde.

Der Rechnungshof kritisierte die Planung, die mit einer aufwendigen Glasfassade und starken Eingriffen in die vorhandene Tragkonstruktion zu erhöhten Baukosten und darüber hinaus zu einem erheblichen Verlust von Nutzflächen führte.

Er machte Vorschläge, wie Kosten eingespart und künftige Betriebskosten optimiert werden können. Er schlug vor, bei der Ausschreibung und Vergabe Kostensicherheit durch Gesamtvergabe an einen verantwortlichen Unternehmer herzustellen. Er empfahl, bei künftigen Architektenwettbewerben die Gebote der Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit und Nachhaltigkeit stärker als verbindliche Bewertungskriterien festzulegen.

Parlamentarische Behandlung

Der Landtag hat die Landesregierung gebeten, bei der Sanierung alle Möglichkeiten zur Kosteneinsparung auszuschöpfen. Für Kostensicherheit solle gesorgt werden, indem Fachlose zusammengefasst werden. Bei künftigen Architektenwettbewerben sollten die Kriterien der Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit und Nachhaltigkeit verbindlich festgelegt werden.

Reaktion der Landesregierung

Die Landesregierung hat mitgeteilt, dass die Planung nochmals gründlich überarbeitet worden sei. So seien die Glasflächenanteile der Fassade und die Eingriffe in das vorhandene Tragwerk reduziert, die verfügbaren Nutzflächen erhöht und die technische Gebäudeausstattung besonders wirtschaftlich und Energie einsparend ausgestaltet worden. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben werde grundsätzlich eine Vergabe nach Fachlosen angestrebt. Fachlose könnten aber zusammengefasst werden, wenn dies aus technischen und wirtschaftlichen Gründen erforderlich sei. Bei Architektenwettbewerben würden künftig, wie schon bisher, die Kriterien der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit gleichrangig neben städtebaulichen, architektonischen und funktionalen Kriterien angewandt.

Parlamentarische Erledigung

Der Landtag hat den Bericht der Landesregierung zur Kenntnis genommen und das parlamentarische Verfahren am 11.03.2010 beendet.

Bewertung Zielerreichung

Die Hochbauverwaltung hat die Kritik des Rechnungshofs zum Anlass genommen, die Gebäudeplanung nochmals grundlegend zu überarbeiten. Daraus resultierten zahlreiche Verbesserungen, ohne die mit deutlich höheren Baukosten zu rechnen gewesen wäre. Zudem werden sich die Umplanungen günstig auf die künftigen Energiekosten des Gebäudes auswirken. Allerdings bleiben Kostenrisiken durch das Festhalten an der Vergabe nach Fachlosen.