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Rechnungshof Baden-Württemberg trauert um Martin Frank

  • Frank war Präsident des Rechnungshofs von 1998 bis 2008
  • Zahlreiche Anstöße zur Modernisierung der Finanzkontrolle wirken bis heute

23.06.2015

Karlsruhe: Martin Frank, Präsident des Rechnungshofs von 1998 bis 2008, ist am 20. Juni 2015 im Alter von 71 Jahren in Karlsruhe verstorben.

Frank wurde am 8. Dezember 1943 in Walldürn geboren. Er studierte Rechtswissenschaft an den Universitäten Würzburg und Heidelberg. Ab 1992 war er zunächst Vizepräsident, dann seit 1998 Präsident des Rechnungshofs bis zum Eintritt in den Ruhestand zum Jahresende 2008.

Rechnungshofpräsident Munding würdigt seinen Vorgänger Martin Frank als eine Persönlichkeit, die sich ein Berufsleben lang in den Dienst des Landes Baden-Württemberg und seiner Bürgerinnen und Bürger gestellt hat: „Mit seinen zahlreiche Impulsen hat Martin Frank die Finanzkontrolle Baden-Württemberg modernisiert und weiter professionalisiert. Er hat so das Fundament für die Finanzkontrolle heutiger Prägung gelegt. Martin Frank hat sich weit über die Finanzkontrolle hinaus den Ruf eines exzellenten Verwaltungsmanagers erworben. Seine große Fähigkeit als Führungsperson war es, Veränderungen und Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und zu gestalten und die Menschen auf diesem Weg mitzunehmen.“

Seine Wirkung war für den Rechnungshof von vielfältiger Natur. In seine Amtszeit fiel die Überleitung der Vorprüfungsstellen in die Finanzkontrolle und die Neuordnung der Finanzkontrolle mit ihrer heutigen Struktur von Rechnungshof und Staatlichen Rechnungsprüfungsämtern. Er hat das Aufgabenfeld der Finanzkontrolle nicht nur auf die Prüfungstätigkeit, sondern auch auf die Beratung von Regierung und Parlament fokussiert. Die Modernisierung, die IT-Ausstattung und die Optimierung der Verwaltungsabläufe waren ihm immer ein wichtiges Anliegen, ebenso die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nicht zuletzt professionalisierte er die Öffentlichkeitsarbeit und stellte den Rechnungshof auch informationstechnisch neu auf. Auf den Einsatz betriebswirtschaftlicher Methoden und Instrumente legte er stets besonderen Wert.

Seine berufliche Laufbahn begann Martin Frank 1973 beim Landratsamt Konstanz. Neben Stationen beim Sozialministerium sowie beim Innenministerium übernahm er als Erster Landesbeamter im Rems-Murr-Kreis bereits früh Verantwortung in leitender Position. Ab Mitte 1986 wirkte er in Karlsruhe als Regierungsvizepräsident. Nach zwei Jahren als Leiter der Abteilung I des Staatsministeriums kehrte er 1992 endgültig nach Karlsruhe zurück und übernahm den Posten des Vizepräsidenten des Rechnungshofs. 1998 wurde er dann vom Ministerpräsidenten mit Zustimmung des Landtags als Präsident des Rechnungshofs berufen.

Als Regierungsvizepräsident in Karlsruhe leitete er unter anderem das verwaltungsseitige Projektmanagement für eine große Industrieansiedlung in Rastatt, die wegen der koordinierten und gebündelten Zusammenführung von Entscheidungen über alle öffentlichen Belange hinweg bundesweit Beachtung fand und seinen Ruf als guter Organisator und exzellenter Verwaltungsfachmann mit großem Überblick festigte.

Martin Frank hat sich große Verdienste um die Finanzkontrolle und das Land Baden-Württemberg erworben. Wir verdanken ihm viel. Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt seiner Frau und seiner Familie.